Geschrieben von LOR-CI
Freitag, 15. August 2008
Der bolivianische Präsident Evo Morales hat das Referendum über seinen Verbleib im Amt gewonnen. Was aber bedeutet das für die politische Situation im Land? Wir bringen hier eine Einschätzung der bolivianischen Liga Obrera Revolucionaria por la Cuarta Internacional...
Die Massenerhebungen der Jahre 2003 und 2005 haben in Bolivien zwei Regierungen zum Rücktritt gezwungen: Präsident Sanchez de Losada setzte sich in die USA ab, sein Nachfolger Carlos Mesa musste nach nur anderthalb Jahren im Amt und den Auseinandersetzungen um die heftig umstrittenen Frage, wem eigentlich die Erlöse aus den beträchtlichen Gasvorkommen des Landes zugute kommen sollten, ebenfalls den Hut nehmen. Gefragt waren nun neue (wenigstens dem Anschein nach “linkere”) Wege der Regulierung. Aber auch unter der Präsidentschaft von Evo Morales, die den Versuch eines bürgerlich-nationalen Integrationsprojekts mit einigen Zugeständnissen an die indigene und unter drückender Armut leidende Bevölkerung darstellt, konnte die politische Krise nicht gelöst werden.
Zur jüngsten Episode der Auseinandersetzungen rund um das Referendum über Morales Verbleib im Amt legen wir hiermit eine Einschätzung der LOR-CI vor (der Liga Obrera Revolucionaria por la Cuarta Internacional, d. i. der bolivianischen Sektion der Fraccion Trotskista – Cuarta Internacional).